Wenn ein Wellensittich stirbt

Wenn ein Wellensittich stirbt
Von LBM1948 [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Irgendwann kommt der Tag, an dem Sie von einem geliebten Wellensittich für immer Abschied nehmen müssen. Wenn ein Wellensittich stirbt, kann das ein sehr trauriges Ereignis sein, vor allem wenn der Vogel im Laufe der Jahre zu einem echten Familienmitglied geworden ist. 

Sie dürfen um Ihren toten Wellensittich so lange trauern, wie Sie es für richtig halten. Lassen Sie sich nicht von Menschen irritieren, die Ihnen sagen, dass es sich doch nur um einen Vogel handelt. Direkt nach dem Tod sollten Sie aber erst einmal ruhig bleiben und sich um die Gesundheit Ihrer anderen Vögel kümmern.

Todesursache klären

Wenn ein Wellensittich stirbt, sollten Sie zuerst die Todesursache klären lassen. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Wellensittich plötzlich und unerwartet verstorben ist. Wenn der tote Wellensittich nämlich eine ansteckende Krankheit oder Parasiten hatte, müssen Ihre anderen Vogel wahrscheinlich medizinisch behandelt werden. Legen Sie daher Ihren toten Wellensittich in einem sauberen Karton in den Kühlschrank (nicht einfrieren!) und kontaktieren Sie direkt Ihren vogelkundigen Tierarzt.

Wenn Wellensittiche trauern

Wenn ein Wellensittich stirbt, kann es passieren, dass vor allem ein Partnervogel sehr stark trauert. Manche Vögel schreien dann tagelang laut und panisch nach ihrem toten Freund. Andere wiederum werden still, erstarren vor Schreck und futtern kaum noch. Wenn ein trauernder Wellensittich schlecht futtert, sollten Sie ihm sein Lieblingsfutter anbieten. Das ist meist Kolbenhirse. Diese können Sie in den Käfig hängen oder aus der Hand anbieten.

Manche Vogelhalter halten es für wichtig, einen toten Wellensittich noch einmal für ein paar Minuten in den Käfig zu legen. Die Absicht dahinter ist, dass die anderen Vögel begreifen, dass ihr Freund tot ist und dass sie sich verabschieden können. Dahinter steht die Hoffnung, dass dies vor allem einem überlebenden Partnervogel hilft. Auch wenn es sich nicht beweisen lässt, ob dies den überlebenden Vögeln hilft: Auch Sie können Ihren Vögeln den toten Wellensittich noch einmal für kurze Zeit hinlegen. Die einzige Voraussetzung hierfür ist, dass der Vogel nicht an einer ansteckenden Krankheit oder an Parasiten gestorben ist.

Wellensittich gestorben – wann neuen kaufen?

Wenn ein Wellensittich gestorben ist, stellt sich schon bald die Frage, ob bzw. wann man wieder einen neuen aufnimmt. Die Antwort darauf hängt vor allem davon ab, wie viele Wellensittiche Sie noch haben, nachdem der eine Vogel gestorben ist. Oder anders gesagt, ob nach dem Tod des einen Wellensittichs ein Vogel allein zurück geblieben ist.

Wenn ein Wellensittich stirbt und ein Vogel allein bleibt, müssen Sie schnell entscheiden, ob Sie einen neuen Vogel aufnehmen oder aber den überlebenden Vogel abgeben. Da Wellensittiche Schwarmtiere sind, dürfen sie auf keinen Fall lange allein bleiben. Andernfalls können sie vor Einsamkeit schwer krank werden. Dies gilt auch und besonders für einen trauernden Wellensittich, der gerade erst seinen einzigen Freund verloren hat.

Wenn ein Wellensittich stirbt und mehrere Vögel übrig bleiben, können Sie sich mit Ihrer Entscheidung ein bisschen mehr Zeit lassen. Auch in einem Schwarm wird vor allem der Partnervogel um seinen toten Freund trauern. Allerdings hat er noch andere Vögel um sich herum, die ihn ablenken können. Insofern ist die Gefahr, dass ein trauernder Wellensittich aufhört zu futtern, in einem kleinen Schwarm nicht ganz so groß.

Wellensittich beerdigen

Viele Vogelhalter wollen ihren Wellensittich beerdigen, wenn er gestorben ist. Das ist verständlich, denn in der Regel ist der tote Vogel jahrelang ein echtes Familienmitglied gewesen. In Deutschland haben Sie zwei Möglichkeiten, wo Sie einen toten Wellensittich beerdigen dürfen:

  • auf einem Privatgrundstück oder
  • auf einem Tierfriedhof.

Wenn Sie Ihren Wellensittich nicht beerdigen wollen, können Sie ihn auch

  • über einen Tierfriedhof einäschern lassen und die Asche mit nach Hause nehmen oder
  • beim Tierarzt lassen, damit dieser ihn mit anderen toten Tieren zusammen anonym einäschert lässt.

Wofür auch immer Sie sich entscheiden: tun Sie das, was sich für Sie richtig anfühlt. Lassen Sie sich nicht von anderen Menschen einreden, dass es sich doch nur um einen kleinen Vogel gehandelt hat. Wenn Sie also Ihren toten Vogel zum Beispiel in einem kleinen geschmückten Grab in Ihrem Garten beerdigen wollen, dann sollten Sie dies auch tun.

Beerdigung auf einem Privatgrundstück

Sie dürfen einen toten Wellensittich im eigenen Garten auf einem Privatgrundstück beerdigen, wenn

  • der Wellensittich nicht an einer meldepflichtigen Tierkrankheit gestorben ist
  • das Grundstück nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt und das Trinkwasser nicht gefährdet ist
  • das Grab nicht in unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Wegen und Plätzen liegt
  • der Wellensittich mit mindestens 50 cm Erde bedeckt wird.

Bei Fragen hierzu wenden Sie sich am besten an Ihre Stadtverwaltung.

Alternativ können Sie auch Freunde, Nachbarn oder Verwandte fragen, ob Sie den Wellensittich in ihrem Garten beerdigen dürfen. Wenn Sie ihn im Garten eines Mietshauses beerdigen möchten, brauchen Sie vorab die Erlaubnis des Vermieters.

Bitte beachten Sie, dass es streng verboten ist, einen Wellensittich im Wald, im Park, auf Wiesen oder auf sonstigem öffentlichem Gelände zu begraben. Das ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro bestraft werden kann.

Wenn ein Wellensittich stirbt, fliegt er über die Regenbogenbrücke

Nach einer alten Legende gehen unsere Haustiere über die Regenbogenbrücke, wenn sie sich mit ihrem letzten Atemzug von uns verabschiedet haben. Auf der anderen Seite der Brücke ist das Regenbogenland. Dort gibt es grüne Wiesen und Hügel und es ist immer warm und sonnig. Und es gibt dort auch immer genug zu essen und zu trinken. Die Wellensittiche, die uns auf der Erde zurückgelassen haben, sind dort wieder gesund und fröhlich und fliegen mit ihren Freunden zwitschernd durch die Natur. Nur wir sind nicht bei ihnen. Aber immer wenn wir einen Regenbogen sehen, wissen wir, dass unsere kleinen Freunde uns nahe sind.