Farbschläge von Wellensittichen

Wellensittiche Farbschläge

Wilde Wellensittiche in der freien Natur in Australien sind immer grün-gelb. Gezüchtete Wellensittiche, die als Haustiere gehalten werden, können aber auch blau, gelb und andere Farben bzw. Farbschläge aufweisen.

Was sind Farbschläge?

Farbschläge sind spezifische Farben bzw. Farbmuster und Variationen, die bei bestimmten Tierarten auftreten können. Bei Wellensittichen beschreiben Farbschläge jeweils eine bestimmte Kombination von Farben, Markierungen oder Musterungen im Gefieder. Die Farbschläge entstehen durch die spontane Mutation von Farbpigmenten.

Farben der wilden Wellensittichen

Wilde Wellensittiche in Australien haben alle ein und denselben Farbschlag, das heißt, sie habe alle eine grün-gelbe Farbe. Das heißt, sie haben ein gelbes Gesicht, einen hellgrünen Körper, schwarze Wellen im Gefieder und blauschwarze Schwanzfedern.

Wilde Wellensittiche in Australien
Foto: Guillaume PILLET from Cachan, France, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons, Bildausschnitt

Mit ihrem grün-gelben Gefieder sind die wilden Wellensittiche in der australischen Landschaft optimal vor Beutetieren getarnt. Wellensittiche, die in anderen Farben zur Welt kommen, werden hingegen von Schlangen und Greifvögeln erkannt und gefressen. Sie können somit nicht überleben und sich nicht vermehren.

Farben der Haustier-Wellensittiche

Andere Farben bzw. Farbschläge gibt es, wie oben schon gesagt, nur bei den Haustier-Wellensittichen. Die ersten blauen und gelben Wellensittichen sind in Europa in der Mitte des 19. Jahrhunderts geschlüpft. Das war schon kurz nachdem Händler angefangen hatten, wilde Wellensittiche aus Australien zu importieren.

Die ersten Züchter begannen schon bald darauf, gelbe und blaue Wellensittiche gezielt zu züchten. Im Laufe der Jahre ging es in der Zucht dann auch darum, neue Farbschläge und auch andere Gefiedermerkmale zu züchten. Deshalb gibt es heute über einhundert Farbschläge.

Die Farbschläge lassen sich nach einer bestimmten Systematik genau beschreiben. Diese Beschreibungen können für den Laien kompliziert zu lesen sein. In der Regel setzt sich die Beschreibung aus der Farbreihe und weiteren Gefiedermerkmalen zusammen.

Farbschläge: Grünreihe und Blaureihe

Die Beschreibung der Farbschläge beginnt mit der Farbreihe. Es gibt zwei Farbreihen bei Wellensittichen: Grünreihe und Blaureihe.

Wellensittiche der Grünreihe sind grün oder gelb. Das Grün kann hellgrün, dunkelgrün, graugrün oder oliv sein.

Wellensittich Grünreihe
Wellensittich der Grünreihe

Wellensittiche der Blaureihe wiederum sind blau, violett, grau, anthrazit oder weiß. Das Blau kann hellblau, dunkelblau oder mauve sein.

Wellensittich Blaureihe
Wellensittich der Blaureihe

Wie entstehen die Farbschläge der Wellensittiche?

Die Farbschläge bzw. Farben der Wellensittiche entstehen aus den Gefiederfarbstoffen. Wellensittiche haben von Natur aus die Gefiederfarbstoffe Melanin und Psittacin.

Die Gefiederfarbstoffe sind jeweils für bestimmte Farben verantwortlich: Melanin macht die Federn blau, braun, schwarz oder grau, und Psittacin macht die Federn gelb. Die einzelnen Farbtöne entstehen jeweils aus einem Gefiederfarbstoff und aus beiden Gefiederfarbstoffen. Das bedeutet Folgendes:

Bei grün-gelben Wellensittichen entstehen die grünen Federn aus der Mischung von Blau (Melanin) und Gelb (Psittacin). Die gelben Kopffedern wiederum entstehen aus dem gelben Gefiederfarbstoff (Psittacin), da es im Kopfgefieder kein Melanin gibt.

Bei blau-weißen Wellensittichen hingegen fehlt der gelbe Gefiederfarbstoff. Deshalb sind die Federn auf dem Körper blau (Melanin) und die Federn auf dem Kopf weiß.

Helligkeit der Gefiederfarbe

Bei der Beschreibung der Farbschläge spielt auch die Helligkeit des Gefieders eine Rolle. Dabei hängt die Helligkeit vom Dunkelfaktor ab. Wellensittiche können einen oder zwei Dunkelfaktoren oder aber keinen Dunkelfaktor haben. Daraus ergeben sich für die grüne und blaue Wellensittiche je drei Farbstufen:

  • hellgrün und hellblau (kein Dunkelfaktor)
  • dunkelgrün und dunkelblau (ein Dunkelfaktor)
  • olivgrün und mauve (zwei Dunkelfaktoren)

Wilde Wellensittiche haben keinen Dunkelfaktor. Sie sind daher hellgrün.

Zusatzfaktoren Grau und Violett

Außerdem gibt es Farbschläge, bei denen Wellensittiche die Zusatzfaktoren Grau und Violett haben. Wie der Name schon sagt, macht der Zusatzfaktor Grau einen blauen Welli grau und einen grünen Welli graugrün. Durch den Zusatzfaktor Violett wiederum wird ein eigentlich dunkelblauer Welli violett. Die Farbe der anderen Wellis hingegen wird einfach dunkler.

Farbschläge: weitere Gefiedermerkmale

Neben den Farben gibt es weitere Gefiedermerkmale, die anders als bei den Wildvögeln sein können. Das Gefieder der Wildvögel sieht wie folgt aus:

  • schwarze Wellen auf Hinterkopf, Nacken und Rücken und
  • schwarze Flugfedern mit einem hellen Saum am Rand

Züchter geben die weiteren Gefiedermerkmale zusätzlich zur Farbe an, wenn sie die Farbschläge ihrer Vögel beschreiben. Dabei haben sie für viele Gefiedermerkmale feste Bezeichnungen. Das sind zum Beispiel:

  • Zimter: Wellensittiche mit braunen Wellen
  • Hellflügel: Wellis mit stark aufgehellten Wellen
  • Grauflügel: Wellensittiche mit stark aufgehellten Federn und Wellen
  • Spangles: Wellis, bei denen die Federn am Rand dunkel gesäumt sind
  • Opaline: Wellensittiche mit nur wenigen oder ohne Wellen
  • Albinos: weiße Wellis mit roten Augen
  • Lutinos: gelbe Wellis mit roten Augen
  • Gelbgesichter: blaue oder graue Wellensittiche mit gelbem Gesicht und gelb angehauchten, blauen Federn
  • Schwarzaugen: weiße oder gelbe Wellensittiche mit schwarzen Augen
  • Australische Schecken: grüne oder blaue Wellis mit gelben oder weißen Flecken und manchmal einem hellen Band quer über dem Bauch

Rainbow-Wellensittiche

Die sogenannten Rainbow-Wellensittiche sind eine spezielle Variante von Wellensittichen, die durch eine Kombination mehrerer Farbschläge entstehen. Sie werden als Rainbow-Wellensittiche bezeichnet, da die Farben im Gefieder an die Farben des Regenbogens erinnern.

Die genaue Kombination der Farben kann von Züchter zu Züchter variieren, aber typischerweise umfasst das Gefieder der Rainbow-Wellensittiche Farben wie Grün, Blau, Gelb, Violett und weitere Nuancen.

Rainbow-Wellensittiche sind bei vielen Züchtern und Haltern aufgrund ihrer Schönheit und der Vielfalt an Farben im Gefieder sehr beliebt. Rainbows sind deshalb inzwischen besonders stark überzüchtet und entsprechend anfällig für Krankheiten.

Gibt es rote Wellensittiche?

Nein. Es gibt keine roten Wellensittiche. Das liegt daran, dass Wellensittiche keinen Rotfaktor in den Genen haben. Sie können daher keine rote Farbe bilden. Einige Züchter haben deshalb versucht, rote Wellensittiche zu züchten. Dafür haben sie versucht, Wellensittiche und Bourkesittiche zu kreuzen. So wollten sie den Rotfaktor der Bourkesittiche auf die Wellensittiche übertragen. Das hat aber zum Glück nicht geklappt.

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Lexi

Lexi schreibt die Texte auf pizpon.de. Sie hat viele Jahre lang selbst Wellensittiche gehalten und sich dabei zur Expertin für die artgerechte Haltung von Wellensittichen entwickelt.

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