Das Atmungssystem von Wellensittichen

Wellensittich Atmungssystem
Von Richard.Fisher [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons, Bildausschnitt

Das Atmungssystem von Wellensittichen besteht aus der Lunge und den Bronchien und mehreren Luftsäcken. Es ist damit sehr leistungsstark und effizient. Beim Fliegen können Wellensittiche über die Atmung sehr viel Sauerstoff aufnehmen. Das Atmungssystem von Wellensittichen unterscheidet sich somit grundlegend vom Atmungssystem der Säugetiere und Menschen.

Luftsäcke im Atmungssystem

Wellensittiche haben neun Luftsäcke im Atmungssystem.  Luftsäcke sind dehnbare Luftbehälter mit dünnen Wänden. Sie reichen bis ins Bindegewebe und in einige Knochen hinein. Die Luftsäcke sind mit der Lunge verbunden. Je nach ihrer Lage im Körper werden die Luftsäcke auch als hintere oder vordere Luftsäcke bezeichnet.

Die hinteren Luftsäcke sind

  • die zwei hinteren Brustluftsäcke und
  • die zwei Bauchluftsäcke.

Die vorderen Luftsäcke sind

  • die zwei vorderen Brustluftsäcke
  • die zwei Halsluftsäcke und
  • der Schlüsselbeinluftsack.

Funktionen der Luftsäcke im Atmungssystem

Die Luftsäcke haben drei wesentliche Funktionen im Atmungssystem:

  • die Atmung zu steuern
  • Laute zu erzeugen
  • die Körpertemperatur zu regulieren

Steuerung der Atmung

Die Luftsäcke dienen vor allem dazu, die Atmung zu steuern. Das tun sie, indem sie wie Blasebälge den Gasaustausch in der Lunge unterstützen.

Atmet ein Wellensittich ein, so strömt fast die gesamte eingeatmete Luft zuerst in die hinteren Luftsäcke. Diese dehnen sich dadurch aus. Im nächsten Moment ziehen sie sich aber wieder zusammen und geben die frische Atemluft an die Lunge ab. Die Lunge gibt den Sauerstoff der frischen Luft dann in den Blutkreislauf ab. Die verbrauchte Luft strömt dann in die vorderen Luftsäcke. Dort wird sie schließlich über die Luftröhre ausgeatmet.

Wellensittiche atmen in der Regel durch ihre Nasenlöcher – und nicht durch den Schnabel. Der Brustkorb hebt und senkt sich dabei nur wenig.

Lauterzeugung

Wellensittiche zwitschern mit Hilfe ihrer Atmung. Die Laute entstehen dabei im Stimmkopf durch hochfrequentes Ausatmen.

Regulierung der Körpertemperatur

Wellensittiche können nicht schwitzen. Deshalb atmen und hecheln sie durch den offenen Schnabel, wenn ihnen zu warm ist. So können sie ihren Körper abkühlen. Das geschieht, indem die Wände der Luftsäcke Flüssigkeit verdunsten.

Wie schnell atmen Wellensittiche?

Wellensittiche atmen im Ruhezustand rund 60 bis 80 Mal in der Minute. Aufgeregte Wellensittiche atmen allerdings schneller. Bei Wellensittichen, die ruhig atmen, hebt und senkt sich der Brustkorb nur ganz wenig. Man muss daher genau hinschauen, wenn man die Atmung erkennen will.

Wie erkennt man Atemnot bei Wellensittichen?

Wellensittiche atmen durch den offenen Schnabel, wenn sie Atemnot haben. Dabei wippen sie auch oft mit dem Schwanz. Wenn ein Wellensittich Atemnot hat, ist er schwer krank und leidet sehr stark. Er braucht dann sofort die Hilfe von einem vogelkundigen Tierarzt. Ansonsten kann er sehr schnell ersticken.