Wellensittiche im Winter

Wilde Wellensittiche in Australien leben ganzjährig mit hohen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und viel Sonnenlicht. Auch Hauswellensittiche brauchen viel Licht und ein angenehmes Raumklima. Im Winter muss daher das Vogelzimmer hell sein und die Raumluft befeuchtet werden.

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Einfaches Messgerät für Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Raumtemperatur im Vogelzimmer

Hauswellensittiche fühlen sich bei einer Raumtemperatur zwischen 18 und 22 Grad am wohlsten. Außerdem haben sie einen hohen Sauerstoffbedarf und brauchen auch im Winter täglich frische Luft.

Das Vogelzimmer sollte zweimal täglich kurz gelüftet werden. Dabei dürfen die Vögel aber nicht im kalten Luftzug sitzen und das Zimmer darf auch nicht auskühlen. Direkte kalte Luft und starke Temperaturschwankungen sind für Hauswellensittiche gesundheitsgefährdend.

Luftfeuchtigkeit im Vogelzimmer

Wellensittiche brauchen eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 Prozent. In beheizten Räumen im Winter ist die Luftfeuchtigkeit aber normalerweise viel niedriger. Dadurch können die Schleimhäute der Wellensittiche austrocknen und rissig werden. Das kann zu Atemproblemen oder, wenn sich in den Rissen Keime festsetzen, zu gefährlichen Erkrankungen führen.

Es ist deshalb wichtig, dass Sie die Luftfeuchtigkeit im Vogelzimmer täglich mit einem Luftfeuchtigkeitsmesser (Hygrometer) kontrollieren. Diese Geräte gibt es für um die 10 Euro in Baumärkten oder im Internet zu kaufen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Am effektivsten, aber auch am teuersten, ist ein elektrischer Luftbefeuchter oder Luftwäscher, der mit moderner Entkeimungstechnik ausgestattet ist.

Eine gute Wirkung haben auch nasse Handtücher auf der Heizung. Da sich in den Handtüchern Keime festsetzen, sollten die Handtücher alle zwei Tage gewechselt werden. Ungiftige Zimmerpflanzen bringen wenig, schaden aber auch nicht.

Wasserverdunster und Wasserschalen an bzw. auf der Heizung erhöhen die Luftfeuchtigkeit ebenfalls nur wenig und sind ein Gesundheits- bzw. Unfallrisiko für Wellensittiche. In diesen Gefäßen entwickeln sich schon nach kurzer Zeit Schimmelsporen, die sich in der Raumluft verteilen und bei Wellensittichen lebensgefährliche Pilzerkrankungen auslösen kann. In offenen Wasserschalen können Wellensittiche zudem ertrinken, da sie nicht schwimmen können.

Auf keinen Fall sollten Sie Zimmerbrunnen im Vogelzimmer aufstellen. Zimmerbrunnen verkeimen schnell und sind daher für Wellensittiche lebensgefährlich. Das gilt auch, wenn das Wasser täglich gewechselt oder mit einem speziellen Konzentrat gegen Algenbildung und Keime versetzt ist.

In Wohnräumen gelten 60 Prozent Luftfeuchtigkeit als absolute Obergrenze. Sie sollten die Luftfeuchtigkeit immer höchstens auf 60 Prozent steigern, um Schimmelbildung in der Wohnung und gesundheitliche Risiken für Menschen und Vögel zu vermeiden. Außerdem sollten Sie im Winter täglich zweimal stoßlüften und Kondenswasser an den Fenstern abwischen.

Normale Beleuchtung im Vogelzimmer

Wellensittiche brauchen etwa 10 Stunden Dunkelheit zum Schlafen und 14 Stunden Licht. Im Winter, wenn es nachmittags früh dunkel und morgens spät hell wird, ist die Dunkelphase in Deutschland aber bis zu 16 Stunden lang. Es ist deshalb wichtig, dass Sie am späten Nachmittag und am Abend mit Lampen Helligkeit im Vogelzimmer herstellen.

Die Leuchtmittel im Vogelzimmer sollten flimmerfrei sein, da Wellensittiche auch noch Flimmern als störend wahrnehmen, das für das menschliche Auge schon nicht mehr sichtbar ist.

Am besten geeignet sind moderne Energiesparlampen und T5-Leuchtstoffröhren: sie haben im Sockel bzw. in der Fassung ein elektronisches Vorschaltgerät (EVG) eingebaut,  welches das Flimmern unterdrückt. Viele der älteren T8-Leuchtstoffröhren haben kein EVG eingebaut und können deshalb nur mit einem zusätzlich angebrachten EVG im Vogelzimmer verwendet werden.

Vorsicht ist bei LED-Leuchtmitteln geboten. Sie können flimmern, und Hersteller sind nicht verpflichtet, eine diesbezügliche Angabe auf der Verpackung zu machen. Vereinzelt gibt es aber schon LED-Lampen, die von den Herstellern als flimmerfrei gekennzeichnet werden.

Normale Glühlampen und Halogenlampen sind Auslaufmodelle auf dem Leuchtmittelmarkt. Bei ihnen besteht das Hauptrisiko darin, dass sie sehr heiß werden und Wellensittiche sich daran schwere Verbrennungen zuziehen können.

Spezielle Vogellampen im Vogelzimmer

Eine Vogellampe („Bird Lamp“) ist eine Vollspektrumlampe mit speziell auf die Bedürfnisse von Ziervögeln abgestimmten UVA- und UVB-Anteilen. Wellensittiche brauchen die ultravioletten Strahlen, um Vitamin D zu bilden und ihr Immunsystem zu stärken. Fensterscheiben lassen aber nur rund 60 Prozent des UVA-Anteils des Sonnenlichts durch und absorbieren den UVB-Anteil sogar fast komplett.

Vogellampe als Stehlampe
Vogellampe als Stehlampe

Vogellampen gibt es als Kompaktlampen und als Leuchtstoffröhren.

Kompaktlampen lassen sich mit Hilfe einer separat erhältlichen Lampenfassung leicht am Käfig anbringen oder als Stehlampe daneben aufstellen. Normalerweise bieten die Hersteller von Kompaktlampen für Ziervögel passende Fassungen bzw. Stehlampen an, die Sie manchmal auch als Erstausstattung im Set erwerben können. Leuchtstoffröhren werden über dem Käfig an der Wand oder an der Decke montiert. Sie haben gegenüber Kompaktlampen den Vorteil, dass sie eine größere Fläche ausleuchten.