Tierarztbesuch

Tierarztbesuch
Behandlungstisch beim Tierarzt von hystiff [CC0], via Wikimedia Commons

Wellensittiche verbergen Unwohlsein und Schmerzen so lange sie können. Wenn ein Wellensittich sichtbar krank ist, ist die Krankheit schon weit fortgeschritten und der Wellensittich muss schnell zu einem vogelkundigen Tierarzt gebracht werden. Lesen Sie hier, was bei einem Tierarztbesuch mit Wellensittichen wichtig ist.

Tierarztbesuch: immer zum vogelkundigen Tierarzt gehen

Sie sollten mit einem kranken Wellensittich immer zu einem vogelkundigen Tierarzt gehen. Das ist ein Tierarzt,  der sich auf die Behandlung von Vögeln spezialisiert hat.

Ein “normaler” Kleintierarzt kann einem kranken Wellensittich in der Regel nicht helfen. Die Vogelheilkunde wird im Tiermedizin-Studium nämlich nur oberflächlich behandelt, so dass ein Kleintierarzt das erforderliche Wissen zur Behandlung von Vögeln meist nicht hat. Ein Tierarztbesuch mit einem kranken Wellensittich bei einem Kleintierarzt ist daher oftmals herausgeworfenes Geld und bedeutet unnötigen und ggf. lebensgefährlichen Zeitverlust für den kranken Wellensittich.

Einen vogelkundigen Tierarzt in Ihrer Nähe finden Sie in der  Liste der vogelkundigen Tierärzte.

Termin für den Tierarztbesuch vereinbaren

Wichtig ist, dass Sie die TIerarztpraxis anrufen, bevor Sie sich auf den Weg machen. So können Sie klären, ob die Praxis geöffnet ist und ob der vogelkundige Tierarzt anwesend ist. Erläutern Sie am Telefon die Krankheitssymptome Ihres Wellensittichs, damit das Praxis-Personal einschätzen kann, wie dringend die Behandlung ist.

Im Normalfall sollten Sie mit einem kranken Wellensittich einen Termin noch am gleichen oder spätestens am nächsten Tag bekommen. Wenn Sie der Ansicht sind, dass der angebotene Termin zu spät ist und Ihr Wellensittich schneller ärztliche Hilfe braucht, dann sagen Sie das deutlich und bestehen auf einem Termin am gleichen Tag. Im absoluten Notfall können Sie mit Ihrem kranken Wellensittich auch ohne Termin zum Tierarzt gehen.

Informationen für den Tierarzt mitnehmen

Vor der Behandlung wird der Tierarzt Ihnen einige Fragen zu Ihrem kranken Wellensittich stellen. Bereiten Sie sich vor einem Tierarztbesuch zumindest auf die folgenden Punkte vor:

  • Alter des kranken Wellensittichs
  • welche Krankheitssymptome der Vogel hat und seit wann
  • Medikamente, die der Wellensittich ggf. einnimmt
  • wie Sie Ihre Wellensittiche füttern (Körnermischung, Frischkost)
  • ob es bereits bekannte Krankheiten in Ihrem Schwarm gibt

Transport zum Tierarzt

Sie können einen Wellensittich in einer Transportbox für Vögel oder in einem kleinen Käfig zum Tierarzt bringen. Wichtig ist, dass Sie die Transportbox bzw. den Käfig mit einem Handtuch oder einer Decke vor Zugluft und Lichtreizen schützen. Im Winter sollten Sie noch zusätzlich eine dicke Decke und bei extremer Kälte eine lauwarme Wärmflasche mitnehmen. Achten Sie beim Zudecken darauf, dass der Wellensittich noch genug Luft zum Atmen hat.

Die Transportbox bzw. den Käfig sollten Sie mit Küchenpapier auslegen (nicht mit Sand oder anderer Einstreu). Dann kann der Tierarzt gleich eine saubere, frische Kotprobe aus dem Käfig nehmen und unter dem Mikroskop untersuchen.

Als Proviant für unterwegs können Sie Ihrem Wellensittich eine Kolbenhirse als Futter und eine geschälte Gurkenscheibe als Wasserersatz in die Transportbox oder den Käfig hängen.

Im Behandlungszimmer

Der Tierarzt wird Sie wahrscheinlich zuerst fragen, warum Sie mit Ihrem Wellensittich zu ihm kommen. Schildern Sie möglichst genau, welche Symptome Ihr Wellensittich hat und wie lange er diese Symptome schon hat.

In vielen Fällen kann der Tierarzt schon nach der ersten Untersuchung eine Diagnose stellen und mit der Behandlung beginnen. Manchmal ist aber eine weiterführende Diagnostik in einem externen oder eigenen Labor erforderlich. Dann dauert es ein paar Tage, bis das Untersuchungsergebnis vorliegt. Es hängt dann vom Gesundheitszustand des Wellensittichs ab, ob das Laborergebnis abgewartet wird oder ob sofort eine Behandlung auf Verdacht gestartet wird.

Die Situation im Behandlungszimmer und die Sorge um das kranke Tier ist für viele Tierhalter belastend. Versuchen Sie trotzdem, während der Behandlung ruhig zu bleiben und Ihrem Tierarzt genau zuzuhören. Zögern Sie nicht, Rückfragen zu stellen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.

Krankenstation oder Behandlung zu Hause

Viele Tierärzte haben eine eigene Krankenstation für schwerkranke Tiere, die intensiv überwacht und behandelt werden müssen. Ihr Tierarzt wird Ihnen sagen, ob er eine stationäre Aufnahme für notwendig hält.

In vielen Fällen dürfen Sie Ihren kranken Wellensittich aber wieder mitnehmen und sollen ihm zu Hause noch ein paar Tage lang Medikamente in den Schnabel oder ins Trinkwasser geben. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt offen darüber, wenn Sie es sich nicht zutrauen, Ihrem Vogel Medikamente in den Schnabel zu geben oder wenn Sie das aus anderen Gründen nicht übernehmen können. Oftmals bieten Tierärzte dann auch eine stationäre Aufnahme an.

Was kostet ein Tierarztbesuch mit einem Wellensittich

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Höhe der Tierarztkosten ist zum einen von den Untersuchungen abhängig, die zur Stellung einer Diagnose erforderlich sind. Manchmal reicht ein Kot- und Kropfabstrich, um zum Beispiel eine einfache Infektion zu diagnostizieren. In anderen Fällen ist zusätzlich eine Labordiagnostik erforderlich, um einen Keim genau bestimmen und richtig behandeln zu können. Beim Verdacht auf eine Erkrankung der inneren Organe ist oftmals ein Röntgenbild oder eine Ultraschalluntersuchung notwendig.

Zu den Untersuchungskosten kommen die Behandlungskosten hinzu. Hierzu zählen vor allem die Medikamente, das Verabreichen der Medikamente, das Behandeln von Verletzungen und die Durchführung von Operationen.

Beim stationären Aufenthalt fällt zusätzlich eine Kostenpauschale pro Tag an.

Grundsätzlich müssen sich alle niedergelassenen Tierärzte bei der Abrechnung ihrer Leistungen an die Gebührenordnung für Tierärzte halten. Dabei dürfen sie die einzelnen Leistungen mit dem Ein- bis Dreifachen des jeweiligen Gebührensatzes abrechnen. Die Höhe des Gebührensatzes hängt laut den Erläuterungen der Bundestierärztekammer vor allem von den Umständen des Falles ab, insbesondere der Schwierigkeit, dem Zeitaufwand, dem Wert des Tieres und den örtlichen Verhältnissen.

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