Wellensittich-Gefieder

Wellensittich-Gefieder
Fliegende Wellensiitche in Australien von Jim Bendon from Karratha, Australia (budgies) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Wie alle flugfähigen Vögel brauchen Wellensittiche ihr Gefieder in erster Linie zum Fliegen. Das Wellensittich-Gefieder bietet aber auch Schutz vor Kälte, Nässe und Verletzungen. Außerdem dient es der Tarnung und wird beim Balzen eingesetzt.

Das Gefieder von Wellensittichen besteht aus sogenannten Konturfedern und Daunenfedern.

Konturfedern im Wellensittich-Gefieder

Konturfedern sind die Schwungfedern, die Schwanzfedern und die Deckfedern. Sie sind bei wilden Wellensittichen grün-gelb.

Die Schwungfedern bilden die Flügel und ermöglichen den Wellensittichen das Fliegen. Sie bilden die Tragflächen und steuern An- und Auftrieb.Die Schwungfedern sind stabil und asymmetrisch gebaut. Sie haben eine schmale harte Außenfahne und weiche breite Innenfahne. Nach nach außen hin werden sie länger und asymmetrischer und haben lange, feste Federkiele.

Die Schwanzfedern bestehen aus sechs Federpaaren. Dabei bildet das mittlere Federpaar den sichtbaren langen Schwanz, während die fünf anderen, kürzeren Federpaare nur beim Fliegen gespreizt und deutlich sichtbar werden.Die Schwanzfedern sind stabil gebaut und werden zum Steuern und Bremsen benutzt. Bis auf das mittlere Federpaar haben auch die Schwanzfedern eine asymmetrische Form.

Die Deckfedern bedecken den Körper vom Kopf über den Rumpf bis zum Schwanzansatz. Sie liegen dabei sehr eng aneinander und bieten so Schutz vor Kälte, Nässe und Verletzungen. Die Deckfedern sind kürzer und weicher als die Schwung- und Schwanzfedern und haben eine relativ symmetrische Form. Sie geben dem Wellensittich seine stromlinienförmige Körperform.

Daunenfedern im Wellensittich-Gefieder

Die Daunenfedern liegen unter den Konturfedern. Sie sind klein und sehr weich und haben einen kurzen Federkiel. Die Daunenfedern schützen den Wellensittich gegen Kälte und Wärme.

Gefiederpflege

Wellensittiche verbringen täglich viel Zeit damit, ihr Gefieder zu putzen und in Ordnung zu halten. Ein sauberes, intaktes Federkleid ist überlebenswichtig, weil es ihnen ermöglicht, sich vor Fressfeinden durch Davonfliegen zu retten und weil es sie vor Kälte, Nässe und Verletzungen schützt.

Wellensittiche pflegen ihr Gefieder nur, wenn sie sich sicher fühlen. Sie müssen nämlich beim Putzen den Kopf ins Gefieder stecken und haben dann keinen Überblick mehr über ihre Umgebung. Bei mehreren Wellensittichen ist es deshalb oft so, dass zwar mehrere, aber nicht alle Vögel gleichzeitig ihr Gefieder putzen und mindestens einer Wache hält. Dieses Verhalten kann man auch noch bei Hauswellensittichen beobachten.

Wellensittiche putzen ihr Gefieder sehr gründlich. Dazu plustern sie sich an der zu putzenden Stelle auf, nehmen nach und nach jede einzelne Feder in den Schnabel und knabbern und ziehen sie komplett der Länge nach durch. So entfernen sie gründlich jeglichen Schmutz und etwaige Federparasiten und richten zerzauste Federn wieder ordentlich aus.

Zudem reiben sie ihr Gefieder mit einem öligen Sekret ein, das von der Bürzeldrüse produziert wird. Die Bürzeldrüse befindet sich unteren Rückenbereich oberhalb der Schwanzfedern. Während des Putzvorgangs reiben Wellensittiche ihren Kopf an der Bürzeldrüse, nehmen das Sekret mit dem Schnabel auf und verteilen es sorgfältig über das Gefieder. Durch dieses Einfetten wird das Gefieder vor Pilzen und Keimen geschützt und erhält einen wasserabweisenden Schutzfilm.

Das Kopfgefieder putzen Wellensittiche mit ihren Füßchen oder indem sie ihren Kopf an Kanten oder Gegenständen reiben.

Viele verpaarte Wellensittiche helfen einander bei der Gefiederpflege, indem sie sich gegenseitig das Kopf- und Nackengefieder putzen. Am Ende des gesamten Putzvorgangs schütteln sich Wellensittiche noch einem kräftig, um auch noch die letzten Staubpartikel loszuwerden.

Mauser

Das Wellensittich-Gefieder erneuert sich regelmäßig. Dabei fallen alte Federn aus und werden durch nachwachsende Federn ersetzt. Dieser Vorgang wird als Mauser bezeichnet. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel Mauser.

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