Wie Wellensittiche schlafen

Wellensittiche schlafen
Zwei Wellensittiche schlafen gemeinsam auf einer Schaukel

im Wellensittiche sollten in der Nacht mindestens zehn Stunden schlafen. Sie sollten deshalb das Vogelzimmer so gestalten, dass die Vögel in der Nacht 10 Stunden Nachtruhe haben können.

Zehn Stunden Schlaf

Wellensittiche müssen nachts mindestens 10 Stunden schlafen.Das liegt daran, dass die Nacht in ihrer Heimat Australien zwischen 10 und 14 Stunden lang ist. Es ist daher wichtig, dass die Vögel an ihrem Schlafplatz im Vogelzimmer so lange ihre Ruhe haben. Wenn sie nämlich auf die Dauer zu wenig oder schlecht schlafen, kann es passieren, dass sie krank werden oder dass sich eine bestehende Krankheit verschlimmert.

Sobald also Ihre Vögel schlafen gehen, sollte das Vogelzimmer dunkel und ruhig sein. Im Sommer, wenn die Sonne spät untergeht, können Sie das Zimmer mit Gardinen oder Rollläden vorzeitig abdunkeln. Außerdem sollten Sie laute Geräusche im Vogelzimmer vermeiden, sobald Ihre Wellensittiche schlafen gegangen sind. Das bedeutet, dass es ein Problem sein kann, den Fernseher laufen zu lassen, wenn dieser im Vogelzimmer steht. Viele Wellensittich-Halter benutzen daher am Abend im Vogelzimmer Kopfhörer zum Fernsehen.

Routine vor dem Schlafen

Wilde Wellensittiche in der freien Natur haben immer die gleiche Routine vor dem Schlafen: sie gehen in der Dämmerung an ihre Futterstellen und suchen sich danach ihre Schlafplätze in den Bäumen. Bei Wellensittichen im Haus ist diese Routine durch das künstliche Licht in den Wohnungen oftmals gestört. Sie können Ihren Vögeln aber eine Routine vor dem Schlafen beibringen. Das macht es für Sie und für die Vögel leichter, am Abend zur Ruhe zu kommen und schlafen zu gehen.

Wenn man also davon ausgeht, dass Wellensittiche zehn Stunden lang schlafen sollen, dann können Sie Ihre Vögel zum Beispiel an eine Nachtruhe von 21 Uhr bis 7 Uhr gewöhnen. Das geht zum Beispiel so:

  • Bieten Sie ab dem Nachmittag nur noch Futter im Käfig an.
  • Wenn die Vögel dann am frühen Abend von selbst zum Futtern in den Käfig gehen, schließen Sie sanft die Käfigtüren. Die Vögel haben dann noch genug Zeit, sich vor dem Schlafen zu putzen und ihren Schlafplatz auszusuchen.
  • Gegen 21 Uhr machen Sie dann das Licht aus.

Wellensittiche gewöhnen sich schnell an solche wiederkehrenden Abläufe. Sie werden spätestens nach ein paar Wochen wahrscheinlich auch dann zum Schlafen in den Käfig gehen, wenn sie draußen im Vogelzimmer noch Futter vorfinden.

Wellensittiche schlafen gern auf Schaukeln

Wellensittich schlafen am liebsten weit oben. Sie sollten deshalb weit oben im Käfig so viele Schlafplätze einrichten, wie Sie Wellensittiche haben.

Am besten bieten Sie jedem Wellensittich eine Schaukel zum Schlafen an. Wellensittiche schlafen sehr gern auf Schaukeln. Das liegt vermutlich daran, dass wilde Wellensittiche einen sich anschleichenden Fressfeind dadurch bemerken, dass der Ast, auf dem sie schlafen, sich bewegt. Demzufolge fühlen sich Wellensittiche nachts auf Schaukeln besonders sicher.

Wenn Sie nicht genug Platz für so viele Schaukeln haben, können Sie auch Sitzstangen als Schlafplätze anbieten. Dabei sollten Sie darauf achten, dass alle Schlafplätze auf gleicher Höhe sind. Zum Schlafen eignen sich besonders kurze Sitzstangen aus Naturholz, auf die genau ein Wellensittich passt. Diese Einer-Sitzstangen sind sehr beliebt, weil sie dem Vogel Ruhe und Abstand von den Artgenossen ermöglicht.

In vielen Käfigen gibt es vor dem Schlafen Streit um die Schlafplätze. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Sobald Sie das Licht im Vogelzimmer ausmachen, bleiben die Vögel auch auf ihren Plätzen sitzen. Das liegt daran, dass sie im Dunkeln schlecht sehen.

Schlafpositionen

Die meisten Wellensittiche schlafen im Stehen. Dabei drehen sie oftmals ihr Köpfchen nach hinten und stecken es in ihr Gefieder. Manche schlafen auch nur auf einem Bein.

Einige Wellensittiche bevorzugen aber andere Schlafpositionen. Es kommt zum Beispiel recht häufig vor, dass ein Wellensittich nachts am Gitter hängt und schläft. Das mag unbequem aussehen, aber die Vögel schlafen manchmal einfach in komischen Positionen. Vorsicht ist nur geboten, wenn ein Wellensittich auch tagsüber für längere Zeit am Gitter hängt. Dies kann auf ein Atemproblem hinweisen und sollte von einem vogelkundigen Tierarzt abgeklärt werden.

Schlafen mit Nachtlicht

Das Zimmer, in dem Ihre Wellensittiche schlafen, sollte zwar dunkel sein, aber nicht stockfinster. Die Vögel brauchen in der Nacht ein bisschen Licht, um sich noch orientieren zu können. Der Hintergrund ist, dass Wellensittiche manchmal Nachtpanik bekommen und dann im Käfig aufgeregt hin und her flattern. Da sie in der Dunkelheit schlecht sehen, können sie sich dabei schwer verletzen. Daher sollten Sie ihnen ein schwaches Nachtlicht in einiger Entfernung vom Käfig aufstellen.

Als Nachtlicht geeignet sind sehr schwache Energiesparlampen (3 Watt). Sie machen ein gleichmäßiges weiches Licht und sind weitgehend flimmerfrei.

Manche Wellensittich-Halter benutzen ein LED-Nachtlicht für Kinder. Viele LED-Lampen sind aber nicht flimmerfrei. Wellensittiche nehmen auch noch ein Flimmern wahr, das für den Menschen nicht mehr sichtbar ist. Eine flimmernde Nachtlampe ist für Wellensittiche sehr anstrengend und hindert die Vögel am Schlafen.

Wellensittiche beim Schlafen zudecken?

Früher war es üblich, einen Wellensittich-Käfig nachts mit einer leichten Decke zuzudecken. Heute wird das nicht mehr so häufig gemacht. Viele Wellensittich-Halter sehen es als unnatürlich an, wenn Vögel, die in der Natur unter freiem Himmel schlafen, mit einer Decke so dicht über dem Kopf schlafen müssen.

Manchmal kann es dennoch sinnvoll sein, die Wellensittiche vor dem Schlafen zuzudecken. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Vögel von Auto-Scheinwerfern aufgeschreckt oder von sehr hellen Straßenlaternen gestört werden.

Wenn Sie Ihre Vögel vor dem Schlafen zudecken wollen, dann sollten Sie eine leichte, engmaschig gewebte Decke nehmen. Die Vögel dürfen sich nicht mit den Krallen darin verfangen können, wenn sie am Gitter hängen oder am Gitter entlang zu einem anderen Schlafplatz klettern. Die Decke muss außerdem so dünn sein, dass die Vögel noch gut atmen können. Decken Sie aus diesem Grund auch niemals den Käfig komplett ab, sondern immer nur das obere Drittel.

Es kann sein, dass Ihre Vögel in den ersten Tagen in Panik geraten, wenn Sie vor der Nachtruhe eine Decke über den Käfig legen. Versuchen Sie in diesem Fall, Ihre Vögel zu beruhigen, indem Sie ruhig und leise mit ihnen sprechen. Wenn Ihre Vögel sich nach mehreren Tagen nicht an die Decke gewöhnen, ist es besser, darauf zu verzichten.

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