Farbschläge von Wellensittichen

Wellensittiche Farbschlaege

Wilde Wellensittiche in Australien sind grün-gelb. Wellensittiche in anderen Farbschlägen fallen in der Natur auf und werden daher von Schlangen und Greifvögeln gefressen. Sie können sich somit nicht vermehren. Anders ist es bei den Wellensittichen, die als Haustiere gehalten werden. Durch gezielte Zucht gibt es heute sehr viele Farbschläge.

Was sind Farbschläge?

Farbschläge sind Farbvarianten des Gefieders. Die Farbschläge entstehen durch die spontane Mutation von Farbpigmenten.

In der Natur in Australien gibt es keine unterschiedlichen Farbschläge. Alle wilden Wellensittiche dort sehen gleich aus. Das heißt, sie sind alle grün-gelb. Sie haben

  • ein gelbes Gesicht
  • einen grünen Körper
  • schwarze Wellen und
  • blauschwarze Schwanzfedern.

Damit sind wilde Wellensittiche in der Natur sehr gut vor Beutetieren getarnt. Wellensittiche, die in anderen Farben zur Welt kommen, werden hingegen von Schlangen und Greifvögeln erkannt und gefressen. Sie können somit nicht überleben und sich nicht vermehren.

Weitere Farbschläge gibt es somit nur bei den Haustier-Wellensittichen. Die ersten blauen und gelben Wellensittichen sind in Europa in der Mitte des 19. Jahrhunderts geschlüpft. Das war schon kurz nachdem Händler angefangen hatten, wilde Wellensittiche aus Australien zu importieren. Die ersten Züchter begannen schon bald darauf, gelbe und blaue Wellensittiche gezielt zu züchten. Im Laufe der Jahre ging es in der Zucht dann auch darum, neue Farbschläge und auch andere Gefiedermerkmale zu züchten. Deshalb gibt es heute über einhundert Farbschläge.

Die Farbschläge lassen sich nach einer bestimmten Systematik genau beschreiben. Diese Beschreibungen können manchmal für den Laien kompliziert zu lesen sein. In der Regel setzt sich die Beschreibung aus der Farbreihe und weiteren Gefiedermerkmalen zusammen.

Farbschläge: Grünreihe und Blaureihe

Die Beschreibung der Farbschläge beginnt mit der Farbreihe. Es gibt zwei Farbreihen bei Wellensittichen:

  • die Grünreihe und
  • die Blaureihe.

Wellensittiche der Grünreihe sind grün oder gelb. Das Grün kann hellgrün, dunkelgrün, graugrün oder oliv sein. Wellensittiche der Blaureihe wiederum sind blau, violett, grau, anthrazit oder weiß. Das Blau kann hellblau, dunkelblau oder mauve sein.

Wie entstehen die Farbschläge der Wellensittiche?

Die Farbschläge bzw. Farben der Wellensittiche entstehen aus den Gefiederfarbstoffen. Wellensittiche haben von Natur aus die Gefiederfarbstoffe Melanin und Psittacin. Diese sind jeweils für bestimmte Farben verantwortlich:

  • Melanin macht die Federn blau, braun, schwarz oder grau
  • Psittacin macht die Federn gelb

Die einzelnen Farbtöne entstehen jeweils aus einem Gefiederfarbstoff und aus beiden Gefiederfarbstoffen zusammen. Bei grün-gelben Wellensittichen zum Beispiel entstehen die grünen Federn aus der Mischung von Blau (Melanin) und Gelb (Psittacin). Die gelben Kopffedern wiederum entstehen aus dem gelben Gefiederfarbstoff (Psittacin), da es im Kopfgefieder kein Melanin gibt. Bei blau-weißen Wellensittichen fehlt der gelbe Gefiederfarbstoff. Deshalb sind die Federn auf dem Körper blau (Melanin) und die Federn auf dem Kopf weiß.

Helligkeit der Gefiederfarbe

Bei der Beschreibung der Farbschläge spielt auch die Helligkeit des Gefieders eine Rolle. Dabei hängt die Helligkeit vom Dunkelfaktor ab. Wellensittiche können einen oder zwei Dunkelfaktoren oder aber keinen Dunkelfaktor haben. Daraus ergeben sich für die grüne und blaue Wellensittiche je drei Farbstufen:

  • hellgrün und hellblau (kein Dunkelfaktor)
  • dunkelgrün und dunkelblau (ein Dunkelfaktor)
  • olivgrün und mauve (zwei Dunkelfaktoren)

Wilde Wellensittiche haben keinen Dunkelfaktor. Sie sind daher hellgrün.

Zusatzfaktoren Grau und Violett

Außerdem gibt es Farbschläge, bei denen Wellensittiche die Zusatzfaktoren Grau und Violett haben. Wie der Name schon sagt, macht der Zusatzfaktor Grau einen blauen Welli grau und einen grünen Welli graugrün. Durch den Zusatzfaktor Violett wiederum wird ein eigentlich dunkelblauer Welli violett. Die Farbe der anderen Wellis hingegen wird einfach dunkler.

Farbschläge: weitere Gefiedermerkmale

Neben den Farben gibt es weitere Gefiedermerkmale, die anders als bei den Wildvögeln sein können. Das Gefieder der Wildvögel sieht wie folgt aus:

  • schwarze Wellen auf Hinterkopf, Nacken und Rücken und
  • schwarze Flugfedern mit einem hellen Saum am Rand

Züchter geben die weiteren Gefiedermerkmale zusätzlich zur Farbe an, wenn sie die Farbschläge ihrer Vögel beschreiben. Dabei haben sie für viele Gefiedermerkmale feste Bezeichnungen. Das sind zum Beispiel:

  • Zimter: Wellensittiche mit braunen Wellen
  • Hellflügel: Wellis mit stark aufgehellten Wellen
  • Grauflügel: Wellensittiche mit stark aufgehellten Federn und Wellen
  • Spangles: Wellis, bei denen die Federn am Rand dunkel gesäumt sind
  • Opaline: Wellensittiche mit nur wenigen oder ohne Wellen
  • Albinos: weiße Wellis mit roten Augen
  • Lutinos: gelbe Wellis mit roten Augen
  • Gelbgesichter: blaue oder graue Wellensittiche mit gelbem Gesicht und gelb angehauchten, blauen Federn
  • Schwarzaugen: weiße oder gelbe Wellensittiche mit schwarzen Augen
  • Australische Schecken: grüne oder blaue Wellis mit gelben oder weißen Flecken und manchmal einem hellen Band quer über dem Bauch

Rainbow-Wellensittiche

Das Gefieder der Rainbows erinnert an die Farben des Regenbogens. Wenn man Rainbows als Farbschlag beschreiben will, dann sind sie Wellensittiche der Blaureihe mit den zusätzlichen Merkmalen Hellflügel, Opalin und Gelbgesicht.

Rainbows sind bei Züchtern und vielen Haltern sehr beliebt. Manche Züchter haben sich daher auf die Zucht von Rainbows spezialisiert. Rainbows sind deshalb inzwischen besonders stark überzüchtet und entsprechend anfällig für Krankheiten.

Gibt es rote Wellensittiche?

Nein. Es gibt keine roten Wellensittiche. Das liegt daran, dass Wellensittiche keinen Rotfaktor in den Genen haben. Sie können daher keine rote Farbe bilden. Einige Züchter haben deshalb versucht, rote Wellensittiche zu züchten. Dafür haben sie versucht, Wellensittiche und Bourkesittiche zu kreuzen. So wollten sie den Rotfaktor der Bourkesittiche auf die Wellensittiche übertragen. Das hat aber zum Glück nicht geklappt.

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